Braunschweiger Energiegenossenschaft meldet 100 Photovoltaik-Anlagen und 3,6 MWp

Braunschweiger Energiegenossenschaft meldet 100 Photovoltaik-Anlagen und 3,6 MWp
Braunschweiger Energiegenossenschaft meldet 100 Photovoltaik-Anlagen und 3,6 MWp

Die Energiegenossenschaft Braunschweiger Land hat binnen dreieinhalb Jahren 100 Photovoltaik-Aufdachanlagen mit einer Gesamtleistung von 3,6 Megawatt Peak realisiert. Nach Angaben der Genossenschaft werden dadurch jährlich rund 2.195 Tonnen CO2 eingespart. Insgesamt flossen 3,2 Millionen Euro in die Projekte, davon 1,9 Millionen Euro in Anlagen auf städtischen Dächern. Mehr als eine halbe Million Euro stammt aus Beteiligungen von Bürgerinnen und Bürgern. Den 100. Ausbauschritt markierte die Installation auf dem Dach des Fachbereichs Stadtgrün in der Dessaustraße.

Konzept: Aufdachanlagen mit hohem Eigenverbrauch

Die Genossenschaft setzt bewusst auf Aufdachanlagen mit einem hohen Anteil an Eigenverbrauch. Technische Gründe seien zentral, sagt Steffen Trudewig, technischer Leiter der Genossenschaft. Er betont, dass der direkte Verbrauch vor Ort Durchleitungsverluste verringere und die Netze entlaste. Damit lasse sich Photovoltaik nach Auffassung der Genossenschaft besonders schnell und effizient ausbauen.

Ökonomisch eröffnen Anlagen mit hohem Eigenverbrauch ebenfalls Vorteile. Durch die Vermeidung von Netzentgelten könne der erzeugte Strom günstiger angeboten werden, was Gebäudeeigentümern und Nutzern zugutekommt. Vorstandsmitglied Jonas Hattwig verweist darauf, dass Aufdachanlagen keine zusätzlichen Flächen benötigen, sich rasch umsetzen lassen und stabile Kostenstrukturen schafften.

Organisation, Finanzlage und Übertragbarkeit des Modells

Gegründet wurde die Energiegenossenschaft im Juni 2022. Vorstandsvorsitzender Carsten van de Loo sieht in der schnellen Ausweitung der Projekte einen Beleg für das Potenzial gemeinschaftlich organisierter Energieprojekte. Er sagt, die strategische Ausrichtung auf Photovoltaik-Aufdachanlagen habe sich ökologisch und wirtschaftlich als effizient erwiesen. Nach eigenen Angaben hat sich die Genossenschaft nach drei Jahren finanziell stabil aufgestellt und erwirtschaftet planmäßige, positive Erträge. Zugleich gebe es noch Anlaufverluste aus der Gründungsphase, die nicht vollständig ausgeglichen seien.

Die Aktivitäten beschränken sich nicht allein auf das Stadtgebiet Braunschweig. Die Genossenschaft ist nach eigenen Angaben inzwischen auch überregional aktiv und bietet das Konzept weiteren Kommunen an.

Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger

Die Genossenschaft wirbt um weitere Mitglieder und nennt konkrete Beteiligungsbedingungen. Ein Genossenschaftsanteil kostet 500 Euro. Investitionen bis 10.000 Euro sind möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Förderung von bis zu 15 Prozent in Anspruch genommen werden. Weitere Informationen zur Mitgliedschaft und zu Projekten sind auf der Webseite der Energiegenossenschaft Braunschweiger Land verfügbar: https://www.energiegenossenschaft-bs.de/.

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redaktion
Redaktion Wolfsburger Anzeiger 36 Artikel
Aus Wolfsburg. Für Wolfsburg.